Eizellen wie die Französinnen mit 29 einfrieren lassen?
Am vergangenen Wochenende leuchteten meine Google-News-Updates mit vielen Artikeln darüber, dass in Frankreich ganz bald alle 29-jährigen Frauen einen Brief erhalten werden. Darin sollen sie über Fragen der Unfruchtbarkeit und über die Möglichkeiten der Kinderwunschmedizin aufgeklärt werden.
Hm.
In Frankreich sind die Geburtenraten ähnlich wie in Deutschland rückläufig, und die Gesundheitsministerin Stéphanie Rist hält es für angemessen, dieses Problem auf die zunehmende Zahl ungewollt kinderloser Paare zurückzuführen.
Darüber, dass immer weniger Männer bindungswillig sind und junge Frauen auch deshalb kinderlos bleiben, ebenso wie darüber, dass die Samenqualität in den letzten Jahrzehnten massiv abgenommen hat und sogenannte „mild sperm issues“ ein großes, unterschwelliges Problem darstellen, ist in Frankreich bislang keine Rede.
Aber immerhin: 29-jährige Frauen werden dieses Jahr einen Brief bekommen, in dem sie besser aufgeklärt werden. Zum Beispiel darüber, wo man medizinische Unterstützung erhält, wo Endometriose und PCOS qualifiziert behandelt werden, und – das vielleicht Wichtigste in der Geschichte fehlender Babys, wo 29-Jährige ihre Eizellen einfrieren lassen können.
Hat die Gesundheitsministerin einen Realitätscheck gemacht, wie viele Frauen weltweit ihre eingefrorenen Eizellen später tatsächlich wieder abholen?
Und wie viele dieser auf Eis liegenden, zarten Zellen sich später überhaupt befruchten lassen?
Und wie viele von ihnen genug Kraft haben, tatsächlich zu Babys zu werden?
Hat jemand die weltweit auf diese Weise geborenen Babys einmal zusammengezählt?
Haben ihre Berater Stéphanie Rist erklärt, dass die Lagerung von Eizellen in einem Fertilitätszentrum monatlich ungefähr so viel kostet wie die Lagerung von Edelmetallen?
Hat Frankreichs Gesundheitsministerin diese Recherche gemacht – und wenn nicht, warum nicht?
Samenanalyse: WHO korrigiert die Kriterien seit 1980 SECHS MAL nach unten!?
Wann macht Social Freezing Sinn?

Kann ich meine Eizellen mit 29 einfrieren lassen?
Jedenfalls glaubt man in Frankreich, genug Informationen zu haben, um jetzt zusätzlich zu den bestehenden rund 40 Zentren weitere 30 Zentren für das Einfrieren von Eizellen zu eröffnen. Wenn Sie mich fragen eine tolle Geschäftsidee und eine minimal sinnvolle „besser-das-als-nichts“ Hilfe für junge Frauen.
Ich habe in meinem Buch, in vielen Artikeln und inzwischen auch in Videos ausführlich über Social Freezing geschrieben. Bitte schauen Sie sich das an. Es sind wirklich einmalige Einblicke, bei denen Sie direkt von einer Zellbiologin, und nicht von einer Firma oder Klinik erfahren, was Sie als Frau realistisch vom Social Freezing erwarten sollten.
Einer Frau mit 29 Jahren stehen zwar oft noch viele wunderbare Eizellen zur Verfügung, aber über 80 %, vielleicht sogar 85 % ihrer ursprünglichen Eizellreserve sind zu diesem Zeitpunkt bereits verbraucht. Deshalb ist Social Freezing mit 29 nur mit Vorsicht zu genießen.
Mein Vorschlag als Zellbiologin: Eine junge Frau sollte Social Freezing, wenn überhaupt, lieber mit 25 und noch früher machen lassen, danach am besten noch vor dem 30. Lebensjahr ihr erstes Kind auf natürlichem Weg bekommen und das zweite und vielleicht dritte in den Jahren danach.
Denn jede Frau wird mit allen Eizellen geboren, die sie je haben wird. Genau deshalb sollte sie mit diesem kostbarsten biologischen Material äußerst sorgfältig umgehen. Das bedeutet, ein Leben zu führen, das die Fruchtbarkeit unterstützt, und sich nicht gegen sie richtet.
Vor einigen Wochen habe ich dazu einen Fachartikel geschrieben. Heute bekommen Sie hier eine gekürzte Vorschau auf dieses wichtige Thema.
Befruchtung der Eizelle: Die Zeit davor ist entscheidend für die zukünftige Gesundheit des Kindes!
Rotlichttherapie und Kinderwunsch: Licht für deine Eizellen!
Wie viele Eizellen hat eine Frau?
Wenn Frauen wegen Kinderwunsch eine Klinik besuchen, geht es sehr schnell um Zahlen:
Wie viele Eizellen sind noch da?
Wie hoch ist der AMH-Wert?
Wie stehen die anderen Hormone?
Wie schnell „läuft die Uhr“?
Und das ist kein Wunder.
Frauen werden mit ihrem gesamten Vorrat an Eizellen geboren. Diese Zellen müssen, anders als fast alle anderen Zellen im Körper, die sich ständig erneuern, oft jahrzehntelang überleben, bevor sie ihre Chance bekommen, neues Leben zu werden.
Jede Eizelle ist biologisch gesehen älter als die Frau selbst.
Die Frau zählt ihr Alter ab der Geburt, die Eizellen sind zu diesem Zeitpunkt jedoch bereits etwa sieben Monate alt.
Warum lernt man das nicht schon im Kindesalter? Warum erst im Medizinstudium oder in der Kinderwunschklinik oder auf meiner Webseite? Vielleicht wäre das eine langfristig sinnvollere Aufgabe für Gesundheitsministerien, als jungen Frauen vor allem teure Einfrierprogramme und jahrelange Lagerung anzubieten.
Was macht Eizellen so empfindlich?
Schon nach dem 35. Lebensjahr sinkt die Fruchtbarkeit deutlich. Nicht nur, weil weniger Eizellen vorhanden sind, sondern vor allem, weil ältere Eizellen häufiger chromosomale Fehler aufweisen. Das zeigt sich in geringeren Befruchtungsraten, Einnistungsproblemen und einem steigenden Fehlgeburtsrisiko…etwas, das ich als Kinderwunschberaterin jeden Tag sehe. Und oft hört man auch: „Hätte ich das nur gewusst. Mir hat es niemand gesagt…“
Die eigentliche Hürde ist also nicht nur die Menge, sondern die biologische Stabilität der verbliebenen Eizellen. Was ich damit meine: Eizellen sind echte Ausnahmezellen.
Sie entstehen in der 16.–20. embryonalen Woche und gehören damit zu den langlebigsten Zellen überhaupt. Nach 15 Jahren Beschäftigung mit diesem Thema sage ich: Eizellen sind Zeitkapseln. In der Eizelle beginnt die Zeitrechnung mit jeder neuen Generation neu.
Tiefschlaf als Schützmechanismus
Um diese enorme Zeitspanne bis zur Befruchtung unbeschädigt zu überstehen, nutzen Eizellen ganz besondere Schutzmechanismen: langlebige, stabile Proteine, eine besondere mitochondriale Ausstattung und einen extrem heruntergefahrenen Stoffwechsel. Die Natur versetzt Eizellen gewissermaßen in eine Art Tiefschlaf – nach dem Motto: keine Aktivität, keine Fehler.
Ja, die Natur tut wirklich alles, um einem Baby den bestmöglichen Start ins Leben zu ermöglichen.
„Eizellen sind Zeitkapseln. In der Eizelle beginnt die Zeitrechnung mit jeder neuen Generation neu.“
– Dr. Darja Wagner
Aber dieses System ist nicht unverwundbar. Umweltfaktoren und Lebensstil spielen eine größere Rolle, als vielen bewusst ist: Rauchen, chronischer Stress, Entzündungen oder toxische Belastungen können die Alterung der Eizellen beschleunigen – oft leise, über Jahre hinweg.
Spätestens mit der Menopause, meist um das 50. Lebensjahr, endet die natürliche Fruchtbarkeit. Doch der Weg dorthin ist kein plötzlicher Schnitt, sondern ein langer biologischer Prozess, der viele Jahre vorher beginnt.
Genau deshalb lohnt es sich für junge Frauen, sich sehr viel früher zu informieren, als Gesundheitsministerien oder Firmen ihre Flyer verschicken. Machen Sie hier keine Kompromisse. Übernehmen Sie Verantwortung. Und führen Sie ein Leben, von dem Sie selbst wissen, dass es Ihre Eizellen unterstützt.
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Eizellen gehören zu den energieintensivsten Zellen des menschlichen Körpers. Eine makellose mitochondriale Funktion ist Voraussetzung für eine fehlerfreie Meiose, eine korrekte Chromosomentrennung und damit für eine gute Eizellqualität.
Die Zugabe von Coenzym Q10 kann diese Prozesse nachweislich unterstützen, da Q10 ein zentraler Bestandteil der mitochondrialen Atmungskette ist und maßgeblich an der zellulären Energiegewinnung beteiligt ist. Entscheidend ist dabei die Qualität des eingesetzten Q10-Rohstoffs.
Q10 Bio-Qinon von PharmaNord gilt als der Referenzprodukt auf dem EU Markt. Die hohe Qualität ergibt sich aus sorgfältig ausgewählten Rohmaterialien, einem spezialisierten Herstellungsverfahren und strengen Qualitätskontrollen.
Die wahren Dornröschen sind die Eizellen
In einer Studie an der Dexeus-Uniklinik in Barcelona untersuchten Forscherinnen und Forscher über 100 Eizellen von 21 gesunden Spenderinnen im Alter von 19 bis 34 Jahren. Mithilfe fluoreszierender Live-Marker konnten sie erstmals direkt beobachten, wie reife menschliche Eizellen ihren Stoffwechsel regulieren (Zaffagnini et al., Nature Cell Biology, 2023).
Das Ergebnis war bemerkenswert: Reife Eizellen fahren ihre zellulären Aktivitäten gezielt herunter. Lysosomen, Proteasomen und selbst die Mitochondrien arbeiten rund 50 % langsamer als in den umgebenden Follikel- und Satellitenzellen.
Kurz vor dem Eisprung betreiben Eizellen einen regelrechten zellulären Frühjahrsputz. In Live-Aufnahmen war zu sehen, wie Lysosomen aktiv aus der Zelle ausgeschleust werden, während Mitochondrien und Proteasomen an den Rand der Zelle wandern. Das Zellinnere wird ruhig, sauber und stabil – genau in der Zeit, in der sich die Eizelle auf die Befruchtung vorbereitet.
Also, Eizellen minimieren aktiv potenziellen Schaden, senken metabolischen Stress und schützen ihre empfindliche innere Struktur, manchmal über 40 Jahre oder länger.
Unerfüllter Kinderwunsch – lassen Sie sich kompetent beraten
In der ärztlichen Sprechstunde bleibt oft wenig Zeit. Gleichzeitig haben Sie viele Fragen – zu Ihren Hormonen, zu Ihrer Fruchtbarkeit, zu realistischen nächsten Schritten oder zu Themen wie Social Freezing.
In meiner Kinderwunschberatung habe ich zahlreiche Frauen und Paare dabei begleitet, ihre individuellen Schwangerschaftschancen besser zu verstehen – unabhängig davon, ob es um natürlichen Kinderwunsch, IVF oder Social Freezing geht. Gemeinsam schauen wir auf hormonelle Zusammenhänge und biologische Stellschrauben, die oft zu kurz kommen.
Gerne unterstütze ich Sie dabei, Ihre Mikronährstoffversorgung, Ernährung und Ihren Lebensstil so anzupassen, dass sie Ihre Fruchtbarkeit und Ihre Chancen auf eine gesunde Schwangerschaft optimal unterstützen. Hier finden Sie mehr Informationen dazu, wie eine Online-Beratung mit mir abläuft und welche Erfahrungen andere Frauen damit gemacht haben:
Dr. Darja Wagner Online-Beratung
Erfahrungen und Rückmeldungen meiner Patientinnen finden Sie hier:
Schwanger – bessere Ei- und Samenzellen Testimonials
Lassen Sie mich einfach wissen, wobei ich Sie unterstützen kann.
Longevity und Eizellen
Mit zunehmendem Alter häufen sich in der Eizelle mitochondriale Schäden, oxidativer Stress und feine Risse im Spindelapparat – also in jenen fadenartigen Strukturen, entlang derer Chromosomen während der Meiose korrekt getrennt werden.
In der Folge kommt es vermehrt zu Fehlern in der Chromosomentrennung (Aneuploidien), dem häufigsten Grund für ausbleibende Schwangerschaften, Fehlgeburten und insgesamt sinkende Schwangerschaftschancen. Genau hier liegt auch der wunde Punkt: die Meiose. Sie ist die entscheidende Vorbereitungsphase der Eizelle auf die Befruchtung und extrem abhängig von funktionierenden Mitochondrien, stabiler Energieversorgung und einer intakten zellulären Selbstreinigung (Chiang et al., Aging Cell).
Und genau an diesem Punkt setzen viele Erkenntnisse aus der Longevity-Forschung überraschend präzise an.
So konnte in Mausmodellen gezeigt werden, dass eine reduzierte Aktivität des mTOR-Signalwegs die ovarielle Alterung verlangsamt. Rapamycin stabilisierte die meiotische Spindel, verbesserte die Chromosomenverteilung und erhöhte die Eizellqualität bei älteren Tieren (Dou et al., Proceedings of the National Academy of Sciences, 2017).
Darüber hinaus wirken auch Resveratrol und NAD⁺-Vorstufen wie NMN über ähnliche Achsen. Sie verbessern die mitochondriale Funktion, erhöhen die ATP-Verfügbarkeit und unterstützen DNA-Reparaturmechanismen – alles zentrale Voraussetzungen für eine saubere Meiose. Entsprechend konnte in einer vielbeachteten Arbeit gezeigt werden, dass eine Erhöhung der NAD⁺-Spiegel altersbedingte meiotische Defekte in Eizellen teilweise reversibel machen kann (Bertoldo et al., Cell Reports).
Die Botschaft dieser Meiose-Studien ist leise, aber wunderschön: Eizellqualität ist nicht nur Schicksal, sondern biologisch beeinflussbar.
Weitere zurzeit erforschten Longevity Substanzen
Zusätzlich wirken antioxidative und entzündungsmodulierende Substanzen wie Curcumin und N-Acetylcystein als Schutzschild gegen oxidativen Stress, der den Spindelapparat destabilisiert und die Chromosomen sprichwörtlich „rutschig“ macht. Oxidativer Stress gilt heute als einer der zentralen Treiber meiotischer Fehlverteilungen und altersassoziierter Eizellschäden (Agarwal et al., Reproductive Biology and Endocrinology; Lord & Aitken, Human Reproduction Update).
Vereinfacht gesagt: Weniger freie Radikale, weniger strukturelle Schäden und weniger metabolische Unruhe in den empfindlichen Stamm- und Keimzellen bedeuten eine höhere strukturelle Stabilität im entscheidenden Moment der Zellteilung.
Aber Achtung, Ladies: Ich beschreibe hier neue Erkenntnisse aus der Longevity-Forschung der letzten Jahre. Ich sage ausdrücklich nicht, dass Sie zu diesen Substanzen unbedingt greifen sollten.
Im Gegenteil: Wenn Sie sich auf eine Schwangerschaft vorbereiten, halten Sie die Prozesse im Körper so natürlich wie möglich. Gleichen Sie echte Defizite aus, achten Sie auf eine entzündungsarme Lebensführung, eine ausreichende Mikronährstoffversorgung und eine stabile mitochondriale Gesundheit. Oder schreiben Sie mir – dann klären wir das gemeinsam in einer Video-Beratung.
Bis zum nächsten Mal, liebe Grüße!


