Was sind Zyklusphasen wirklich?
Letzte Woche habe ich ein Seminar zum Thema „Eine Reise durch den weiblichen Zyklus“ gehalten. Hier einige Einblicke in dieses spannende Thema:
Natürlicher Zyklus der Frau: Wo viele denselben Denkfehler machen
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Nichts im weiblichen Körper verläuft wirklich linear.
Hormone, Temperatur, Schlaf, Stimmung und Energie verändern sich ständig. Der weibliche Organismus arbeitet in biologischen Wellen. Jede Zyklusphase besitzt ihre eigene Dynamik. Alles im weiblichen Körper verläuft in Rhythmen, Übergängen und Wellen, nicht in geraden Linien.
Trotzdem sprechen viele Frauen über ihren Zyklus fast ausschließlich im Zusammenhang mit der Periode.
Genau hier beginnt bereits der Denkfehler. Denn biologisch gesehen dreht sich der weibliche Zyklus nicht um die Menstruation, sondern um den Eisprung – also um die fruchtbarste und hormonell wichtigste Zeit im Monat.
Die Periode ist streng genommen eher das Ende eines Zyklus und nicht sein eigentlicher Mittelpunkt.

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Was sind Zyklusphasen?
Der weibliche Zyklus wird grob in zwei große Zyklusphasen eingeteilt.
Zyklusphase 1 nennt sich follikulare Phase. Sie beginnt nach der Periode und endet mit dem Eisprung.
In dieser Zeit reifen in den Eierstöcken die sogenannten Follikel heran – kleine Flüssigkeitsbläschen, in denen sich die Eizellen befinden. Gleichzeitig steigen die Östrogene an, die Gebärmutterschleimhaut baut sich langsam wieder auf und viele Frauen fühlen sich in dieser Phase energiegeladen, motiviert und sozialer.
Dann kommt der Eisprung.
Erst danach beginnt Zyklusphase 2 – die sogenannte luteale Phase. Diese Phase dauert vom Eisprung bis zur nächsten Periode.
Jetzt produziert der Körper Progesteron. Dadurch wird die Gebärmutterschleimhaut stabilisiert und vorbereitet – für den Fall, dass sich eine befruchtete Eizelle einnisten möchte.
Falls keine Schwangerschaft entsteht, fällt Progesteron wieder ab. Die zuvor aufgebaute Endometriumschleimhaut beginnt zu fragmentieren und wird mit der Menstruation ausgeschieden.
Das Periodenblut ist biologisch gesehen also eher das Ende eines erfolglosen Zyklusversuchs – und nicht der eigentliche Höhepunkt des Zyklus.
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Wann kommt der Eisprung?
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Viele Frauen glauben immer noch, dass der Eisprung automatisch am 14. Zyklustag stattfindet.
Das stimmt aber oft nicht.
Vor allem die erste Zyklusphase kann sich stark verändern. Stress, Reisen, Schlafmangel, Entzündungen, Untergewicht, intensive Sportphasen und andere Belastungen können den Eisprung verschieben. Darüber habe ich übrigens ein kleines Filmchen gedreht, in dem ich ganz einfach erkläre, wie man LH-Streifen richtig verwendet und den Eisprung auf einige Stunden genau bestimmt:
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Die zweite Zyklusphase dagegen bleibt meistens stabiler und wird erst nach 35 manchmal durch den Progesteronmangel „wackelig“. Und hier finden Sie mehr Informationen zur normalen Zykluslänge:
Viele Frauen kennen ihren natürlichen Zyklus nicht
Zyklusphase 1 und 2: Der Körper spricht ständig mit uns
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Der weibliche Körper sendet kontinuierlich Signale:
- Veränderungen der Basaltemperatur
- von Schlaf und Puls
- Schwankungen von Energie und Stimmung
- auch von Haut, Zervixschleim und Libido
- in Gefühlen wie Hunger, Ruhebedürfnis und Konzentration
Der weibliche Zyklus ist eine Form biologischer Kommunikation zwischen Gehirn, Körper und Umwelt.
Die Basaltemperatur verändert sich nicht zufällig. Sie reagiert auf Hormone sowie auf viele äußere und innere Reize. Der Körper zeigt damit erstaunlich deutlich, in welcher Zyklusphase sich eine Frau befindet.
Die Temperatur kann außerdem Hinweise geben auf die Schilddrüse, Stressachsen, biologisches Alter oder die Qualität des Eisprungs.
Deshalb gehört der Zyklus für mich zu den wichtigsten Vitalitätszeichen der Frau überhaupt.
Jede Frau sollte ihren Zyklus wenigstens für drei bis vier Monate bewusst beobachten.
Je besser eine Frau ihren eigenen Rhythmus versteht, desto besser versteht sie oft auch ihren Körper. Denn der Zyklus ist nicht nur ein Fruchtbarkeitsthema. Er ist auch ein Gesundheitsthema.
Der Zyklus ist ein ultimatives Vitalitätszeichen.
Wie sich die Basaltemperatur im Zyklus verändert
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Die Temperaturkurve ist eine Art EKG des weiblichen Stoffwechsels.
In der ersten Zyklushälfte ist die Basaltemperatur normalerweise niedriger. Kurz vor dem Eisprung beobachten viele Frauen sogar einen kleinen Temperatur-Dip. Danach steigt die Temperatur meist deutlich an – typischerweise um etwa 0,5 bis 0,8 °C. Verantwortlich dafür ist vor allem das Hormon Progesteron.
Die Temperaturkurve zeigt also sehr schön den Übergang zwischen den beiden Zyklusphasen. Denn der weibliche Zyklus dreht sich biologisch gesehen um den Eisprung. Nach dem Eisprung schaltet der Stoffwechsel gewissermaßen in einen höheren Gang. Der Körper bereitet sich jetzt auf eine mögliche Schwangerschaft vor.
Kommt es tatsächlich zur Einnistung, steigt der Energiebedarf weiter an. Bleibt eine Schwangerschaft dagegen aus, fällt Progesteron wieder ab – und mit ihm auch die Temperatur. Kurz darauf beginnt die Menstruation und ein neuer Zyklus startet.
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