Milchsäure-Zäpfchen zum Aufbau der Scheidenflora
Wann sollte man Milchsäure-Zäpfchen nehmen?
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Wenn ich in meiner Beratung das Thema Vaginalzäpfchen erwähne, merke ich oft, dass viele Frauen erst einmal gar nicht wissen, wovon ich spreche. Das ist schade, denn für mich sind gute Vaginalzäpfchen eine der effektivsten und schnellsten Möglichkeiten, die vaginale Schleimhaut zu pflegen, das Mikrobiom zu stabilisieren und Infektionen vorzubeugen. Ja, persönlich bin ich ein wirklich großer Fan davon.
Ich kenne keine bessere Abkürzung, um die Scheidenflora wieder aufzubauen. Denn jede Frau, wirklich jede, hat im Laufe ihres Lebens Phasen, in denen die vaginale Flora aus dem Gleichgewicht gerät! Manche Frauen sind einfach empfindlich und neigen immer wieder zu unerwünschten Gästen „untenrum“: Candida ist der Klassiker, lästig sind auch bakterielle Vaginose und andere Infektionen, natürlich ebenso virale wie HPV.
Hormonelle Veränderungen, kleine Zyklusschwankungen, Übergänge in Lebensphasen wie der Wechsel von Peri- zur Menopause, ein neuer Intimpartner, Dauerstress oder eine Antibiotikatherapie – all das reicht bei vielen Frauen aus, um das fein austarierte System der Scheide für Wochen oder länger aus der Balance zu bringen.
Genau deshalb widme ich diesen Artikel einem Thema, das viel mehr Aufmerksamkeit verdient und das man im Lob kaum übertreiben kann: Vaginalzäpfchen. Für den Aufbau und die Pflege der vaginalen Schleimhaut, zur Prävention von Infektionen, zur Virus-Clearance und zur Regeneration der empfindlichsten Stelle am Körper der Frau.
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Wo bekommt man gute Vaginalzäpfchen?
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Erstens: Man kann Vaginalzäpfchen selbst herstellen. Das ist keine große Kunst, auf Amazon findet man gute Silikonformen mit Pipetten und allem Drum und Dran. Dazu kommt bald ein Video von mir.
Wenn Sie darauf keine Lust haben, rate ich meinen Patientinnen immer, sich eine naturheilkundlich orientierte Apotheke vor Ort zu suchen – z.B. dort, wo auch Heilpraktiker einkaufen. Am besten mit online-Shop, damit man sich alles bequem nach Hause liefern lassen kann.
In Berlin kenne und liebe ich die Zieten-Apotheke, die eigene Vaginalzäpfchen herstellt und deutschlandweit versendet. Der Link ist kein Affiliate und keine Kooperation – nur eine ehrliche Empfehlung aus eigener Erfahrung und aus den Rückmeldungen meiner Patientinnen. Machen Sie sich am besten gleich ein Lesezeichen, früher oder später werden Sie diese gute Adresse brauchen:
In der Zieten-Apotheke finden Sie eine große Palette an Zäpfchen auf Basis von Kakaobutter, denen ätherische Öle und Heilpflanzen zugesetzt werden – zum Beispiel Zäpfchen für die Wechseljahre, Rosenzäpfchen, Thymian-Lavendel-Zäpfchen und viele mehr.
Vaginalzäpfchen mit Vitamin D – just do it!!
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Ein spannendes, wenig diskutiertes Thema sind Vaginalzäpfchen mit Vitamin D. Vitamin D wirkt nicht nur systemisch, sondern auch lokal immunmodulierend, entzündungshemmend und regenerierend auf Schleimhäute.
Die Arbeitsgruppe um Prof. Claus Schulte-Uebbing untersuchte vor einigen Jahren 200 Frauen mit chronischen Zervixinfektionen und Dysplasien (CIN I und CIN II). Nach Standardtherapie mit Antibiotika, Antimykotika etc. erhielten sie zusätzlich:
- 12.500 IE Vitamin D vaginal
- 3 Nächte pro Woche
- über 6 Wochen
Im Vergleich zu Laktobazillen-Zäpfchen zeigte die Vitamin-D-Gruppe klare Vorteile:
So traten deutlich weniger Entzündungen auf, außerdem kam es zu weniger Ausfluss und Schmerzen. Gleichzeitig wurden weniger Infektionen beobachtet, und besonders bemerkenswert waren die signifikant besseren PAP-Befunde bei CIN I.
Nach sechs Wochen hatten nur noch 7 % der Frauen behandlungsbedürftige Infektionen! Allein schon deshalb gehört dieses Thema meiner Meinung nach in jede gynäkologische Praxis. Die Gruppe um Prof. Schulte-Uebbing konnte außerdem zeigen, dass hochdosierte vaginale Vitamin-D-Zäpfchen (12.500 I.E.) bei schlechten PAP-Abstrichen und persistierenden HPV-Infektionen unterstützend wirken und in vielen Fällen nach einigen Wochen zur Clearance, also zum Verschwinden der Viren, führen.
In der Zieten-Apotheke sind sie rezeptfrei mit 2.000 IE/Zäpfchen erhältlich, und in der Studien-Dosierung (12.500 IE/Zäpfchen) mit einem einfachen Rezept vom Frauenarzt.
Schulte-Uebbing C, Schlett S, Craiut I, Antal L, Olah H. Vaginal vitamin D treatment in CIN I and II. Dermatoendocrinol. 2014;6(1):e27791.
Schulte-Uebbing et al. Dermatoendocrinology 2014. PMID: 24605180
Zusammenfassend können Vitamin-D-Zäpfchen auf mehreren Ebenen unterstützen:
Sie helfen bei wiederkehrenden Entzündungen, verbessern auffällige PAP-Abstriche, fördern die Clearance persistierender HPV-Infektionen und wirken regenerierend bei Schleimhautatrophie in der Menopause.
Gerade weil Vitamin D lokal immunmodulierend wirkt, ist diese Form der Anwendung oft sehr effektiv und schafft eine nachhaltige Verbesserung.
Weitere Vaginalzäpfchen, die bei viralen Infektionen helfen
Es gibt weitere pflanzliche Vaginalzäpfchen, die antiviral, entzündungshemmend und regenerierend wirken. Ein schönes Beispiel ist Myrte.
In einer randomisierten, doppelblinden Studie (Nikakhtar et al., 2018) wurden Frauen mit HPV-Infektion drei Monate lang mit Myrten-Zäpfchen behandelt. Das Ergebnis:
- 92,6 % HPV-negativ in der Myrten-Gruppe
- deutlich geringere Läsionsgröße
- signifikant bessere Heilung als Placebo
Das zeigt: Pflanzen können Schleimhäute nicht nur pflegen – sie können aktiv zur Heilung beitragen.
Milchsäure-Zäpfchen zum Scheidenflora-Aufbau
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In den letzten Jahren fällt mir immer häufiger auf, wie schwierig es geworden ist, in normalen Apotheken gute Vaginalzäpfchen zu bekommen – vor allem solche mit aktiven Laktobazillen. Stattdessen werden Frauen oft trockene, hart gepresste Tabletten ausgehändigt, mit dem Kommentar: „Das ist das Gleiche.“
Nein. Ist es nicht.
Trockene Vaginaltabletten, oft noch mit Hilfsstoffen wie Titandioxid versetzt (der sie strahlend weiß aussehen lässt), sind für eine empfindliche Schleimhaut alles andere als ideal. Sie lösen sich schlecht, können mechanisch reizen und bringen vor allem eines nicht mit: lebendige, aktive Unterstützung für das Mikrobiom.
Selbst wenn man Vaginalzäpfchen zur Flora-Regeneration findet, enthalten sie oft nur Milchsäure – also das Endprodukt der Laktobazillen, aber keine lebenden Bakterien. Milchsäure kann kurzfristig ansäuern, baut aber kein stabiles Ökosystem auf.
Und selbst wenn Laktobazillen enthalten sind, ist es häufig nur eine einzige Art. Dabei wissen wir längst: Eine gesunde Vaginalflora besteht nicht aus „dem einen Bakterium“, sondern aus einem fein abgestimmten Zusammenspiel mehrerer Stämme – allen voran Lactobacillus crispatus, gasseri, rhamnosus, jensenii.
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Kinderwunsch, Schwangerschaft, Menopause – alles bringt die Scheidenflora durcheinander
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Eine gesunde Scheidenflora wird zu etwa 90 % von Laktobazillen dominiert. Diese Bakterien verwerten Glykogen (unter Östrogeneinfluss gebildet) zu Milchsäure und sorgen so für ein saures Milieu, das pathogene Keime fernhält.
Wenn Östrogen in der Menopause abfällt, kommt es zu einer leichten Atrophie im Gewebe, die Infektionen begünstigt. Deshalb wird Frauen in der Menopause häufig Estriol vaginal verschrieben, um das Milieu zu verbessern und bessere PAP-Tests zu erreichen.
Milchsäure verleiht der Vaginalflora das richtige pH-Milieu und damit eine starke weibliche Schutzkraft. Wird dieses Gleichgewicht gestört, spricht man von Dysbiose: weniger Laktobazillen, mehr andere Mikroorganismen – oft verbunden mit Geruch, Ausfluss, Reizung oder wiederkehrenden Infektionen.
Paradoxerweise bedeutet eine höhere Diversität in der Vagina oft nicht Gesundheit, sondern Instabilität – ein wichtiger Unterschied zum Darm. In der Scheide und in der Gebärmutter müssen Laktobazillen dominant sein.
Zäpfchen mit Laktobazillen
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Wenn es um den Wiederaufbau des Mikrobioms geht, sind Vaginalzäpfchen mit Laktobazillen die direkteste und effektivste Methode. Oral eingenommene Probiotika müssen erst den Darm, dann den Blutkreislauf und schließlich die Vaginalschleimhaut erreichen – und ob sie dort ankommen, ist nicht garantiert. Vaginal appliziert kommen die guten Mikroorganismen direkt dort an, wo sie gebraucht werden.
Besonders bei:
- wiederkehrender bakterieller Vaginose
- nach Antibiotikatherapie
- nach Scheideninfektionen
- bei Kinderwunsch
- nach Fehlgeburten
- bei hormonellen Schwankungen
- in Peri- und Menopause
sind solche Zäpfchen einfach großartig – und ich empfehle sie jeder Frau von Herzen.
Eine Metaanalyse von van de Wijgert & Verwijs (2020) zeigt, dass Vaginalzäpfchen mit Laktobazillen vielversprechend in der Prävention und Therapie der bakteriellen Vaginose sind, vor allem bei wiederkehrenden Verläufen.
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Milchsäure-Zäpfchen – kleine Helfer mit großer Wirkung
Milchsäure-Zäpfchen können noch mehr, als nur bei Beschwerden helfen. Ich finde, sie sollten jede Frau begleiten und ein paar Mal im Monat angewendet werden. Besonders in der Woche vor dem Eisprung helfen sie, ein babyfreundliches Milieu aufzubauen.
Weitere Vorteile:
- kurzfristige Senkung des pH-Werts
- Stabilisierung der Flora nach Sex oder Periode
Aber bitte merken Sie sich: Milchsäure ist ein Endprodukt der Laktobazillen und kann kein nachhaltiges Mikrobiom aufbauen. Dafür braucht es lebende Bakterien.
Mein Fazit: Milchsäure ist ein Nothelfer – Laktobazillen sind die eigentlichen Architekten.
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Zusammenfassung: Warum Vaginalzäpfchen geniale Helfer für jede Frau sind
Vaginalzäpfchen wirken direkt dort, wo sie gebraucht werden – am Zielort.
Dadurch umgehen sie den Darm, was sie besonders effektiv macht. Gleichzeitig regenerieren sie Schleimhaut und Mikrobiom und unterstützen damit die natürliche HPV-Abwehr.
Vor allem nach Antibiotikatherapien leisten sie wertvolle Hilfe, weil sie das Gleichgewicht schneller wiederherstellen. Auch in hormonellen Übergangsphasen wie Perimenopause und Menopause stabilisieren sie die empfindliche vaginale Balance. Nicht zuletzt sind sie sanft, gut verträglich und individuell anpassbar.
Wenn wir also beginnen, die vaginale Schleimhaut als das zu sehen, was sie wirklich ist – ein hochaktives, immunologisches Organ –, wird klar, wie wertvoll und gleichzeitig unterschätzt diese einfache Therapieform ist.
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Gerade bei einem unklaren oder auffälligen Pap-Test sollten Sie Ihre Vitamin D-Werte nach oben korrigieren, und zwar auf 50-60 ng/ml Vitamin D-Blutspiegel. Nehmen Sie z.B. die Vitamin D-Perlen mit 38 µg von PharmaNord oder ein anderes vernünftig dosiertes Vitamin D-Präparat. Vitamin D wirkt antiviral, antientzündlich und kann ganz einfach und kostengünstig anhand einer Blutprobe bestimmt und in nmol/l oder ng/ml gemessen werden.
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Referenzen
van de Wijgert J, Verwijs MC. Lactobacilli-containing vaginal probiotics to cure or prevent bacterial or fungal vaginal dysbiosis. BJOG. 2020;127(2):287–299.
Borgogna JC et al. The vaginal microbiota and its association with human papillomavirus clearance. mBio. 2020;11(2):e00367-20.
Nikakhtar Z et al. The efficacy of vaginal suppository based on myrtle in patients with cervicovaginal HPV infection. Phytother Res. 2018;32(10):2002–2008.
Jiang I et al. Intricate connections between the microbiota and endometriosis. Int J Mol Sci. 2021;22(11):5644.
Mitra A et al. The vaginal microbiota and CIN progression. Lancet Oncol. 2016;17(7):989–1000.


