Fruchtbarkeit beim Mann mit VIER überraschend einfachen Maßnahmen steigern
Samenqualität kann verbessert werden
Vor einigen Wochen ist folgender Text im Rahmen eines längeren Artikels in der Kinderwunschzeit in der Fachzeitschrift OM& ERnährung erschienen. In dem heutigen Artikel geht es darum, wie die Fruchtbarkeit beim Mann verbessert werden kann. Zum Schluss kommt noch ein Video zu dem Thema, gedreht mit dem Kinderwunscharzt Dr. Christian Stoll.
Fruchtbarkeit beim Mann steigern: Mikronährstoffe und Ernährung machen einen Unterschied
In allererster Linie unterstützen Antioxidantien die Samenqualität und wirken besonders gut, wenn die männliche Unfruchtbarkeit durch DNA-Strangschäden in den Spermien verursacht wird. Heute aber wollen wir zu den altbekannten Daten ein paar neue Vitalstoffe und die Studienlage dazu diskutieren.
Samenqualität: Folsäure ist nicht nur für die Frau!
Vitamine der B-Familie sind gute Lieferanten von Methylgruppen, welche die Epigenetik und die dichte chromosomale Verpackung der DNA regulieren.
Genauso wie Frauen brauchen auch Männer B-Vitamine, allen voran B9 (auch als Folsäure bekannt). Folsäure verhindert epigenetische Schäden beim Nachwuchs, verbessert das Spermien-Epigenom und sorgt für eine höhere Gesamtzahl von euploiden Spermien.
Auch das Spurenelement Zink spielt in der Samenbildung eine wichtige Rolle, als Cofaktor bei der DNA-Replikation bzw. der Protein-Synthese. Zink und Folsäure in Kombination sind in der Lage, die Spermienqualität signifikant bei Männern mit Subfertilität zu erhöhen (Scaruffi P. et al., 2021).
Fruchtbarkeit beim Mann: Vitamin D Spiegel unbedingt im Blick behalten
Vitamin D Rezeptoren befinden sich an den Spermien und im gesamten männlichen Reproduktionstrakt. Deshalb wundert es nicht, dass immer mehr Studiendaten auf einen positiven Effekt von Vitamin D im Zusammenhang mit männlicher Fertilität und generell mit männlicher Gesundheit hindeuten.
Eine einfache Supplementierung mit Vitamin D kann erstaunliche Erfolge bringen, vor allem bei denjenigen, die einen Vitamin D Mangel hatten (definiert als Plasmaspiegel von <20 ng/ml 25(OH-Vitamin D). Eine tägliche Gabe von 1400 IE Vitamin D und 500 mg Kalzium über 150 Tage hat zwar die Samenqualität nicht sichtbar beeinflusst, dafür aber die SSW-Rate in der Tripple-Blinded Studie aus 2018 mehr als verdoppelt (7,3% vs. 2,4% bei 330 Probanden –Blomberg JM et al., 2018).
Alehagen U, Aaseth J, Alexander J, Johansson P. Still reduced cardiovascular mortality 12 years after supplementation with selenium and coenzyme Q10 for four years: A validation of previous 10-year follow-up results of a prospective randomized double-blind placebo-controlled trial in elderly. PLoS One. 2018 Apr 11;13(4):e0193120. doi: 10.1371/journal.pone.0193120. PMID: 29641571; PMCID: PMC5894963.
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Coenzym Q10 – den Spermien Beine machen
Seit den ersten klinischen Studien im Jahr 1995 wissen wir, dass das CoQ10 bei der Zeugungsfähigkeit der Männer eine Rolle spielt. Einige der Studien berichteten seitdem über die Verdopplung der Spermienbeweglichkeit durch Coenzym-Q10 (Angelitti AG et al., 1995; Balercia G. et al., 2009).
In einer offenen Studie über sechs Monate verdoppelte sich die Motilität der Spermatozoen bei 22 Männern mit Asthenospermie und fiel ein halbes Jahr nach Absetzen des Naturheilmittels wieder auf die Ausgangswerte ab. Nebenbefund: Im „Therapiezeitraum“ wurden 14% der Paare spontan schwanger, danach nur 2%. (Balercia G. et al., 2009).
Bei mehrfachen Fehlgeburten empfiehlt sich eine höhere Dosis CoQ10 von beispielsweise 300-500 mg pro Tag.
Man kann jetzt schon davon ausgehen. dass auch einige andere mitochondriale Stoffe wie Resveratrol, Acetyl-L-Carnitin sowie verschiedene andere pflanzliche Antioxidantien die Energieproduktion in den Spermien auch verbessern könnten, aber die Forschung steckt hier noch in den Kinderschuhen.
CoQ10 verbessert die Eizellqualität – ein paar Studien zusammengefasst
Fruchtbarkeit beim Mann verbessern: Body-Mass-Index ist wichtig
Noch wichtig im Alltag der Paare mit Kinderwunsch ist die Reduktion des Bauchfetts auf einen BMI-Index von 21-23, sowie körperliche Aktivität und Vermeidung der Lebensmittel, die Entzündungen im Körper fördern. In einer großen Beobachtungsstudie, veröffentlicht 2018 in Human Reproduction, bei der 3966 Samenspender einer großen Samenbank in der Stadt Wuhan, China, untersucht wurden, war Untergewicht signifikant mit einer Verringerung der Spermienkonzentration, der Gesamtzahl der Spermien und der Gesamtbeweglichkeit um 3%, 6,7 %, und 7,4 % assoziiert (Ma J. et al., 2019).
Die Autoren sagen, dass ihre Studie klare Hinweise liefert, dass sowohl Untergewicht als auch Übergewicht mit einer geringeren Samenqualität einhergehen und unterstreicht die Bedeutung eines Normalgewichts für Männer mit Kinderwunsch.
Männer Fruchtbarkeit steigern – Gesundheit der Spermien bedeutet Gesundheit der zukünftigen Familien!
Auf einer Seite hat die WHO in den letzten 20 Jahren die Kriterien der Samenanalyse sechs Mal nach unten korrigiert, zuletzt im Jahre 2020. Auf der anderen Seite steht die Medizin derzeit vor der spannenden Herausforderung, neue Technologien (z. B. Stammzelltherapie, Gen-Editing) sowie neue fortpflanzungsrelevante Gesetze mit ihrem möglichen Nutzenpotenzial in die Patientenversorgung zu integrieren. Um dies effektiv mit minimalen Nebenwirkungen und zukunftsorientiert zu tun, muss das Verständnis im Bereich der Männerfertilität ausreichend fortgeschritten sein, damit sich technologische Fortschritte „einfügen“ können. Bei der männlichen reproduktiven Gesundheit sind wir noch weit von dieser Position entfernt, obwohl die neuen Technologien und Gesetze fast einsatzbereit sind. Die alten und erprobten Wege, wie der Einsatz von Vitalstoffen, bieten weiterhin eine therapeutische Begleitung an, aber auch einen verlässlichen, natürlichen Weg, um die Fertilität der Männer im Hier und Jetzt zu unterstützen.
Mit Dr. Christian Stoll von der Kinderwunschpraxis CERES aus Berlin habe ich mich neulich zu diesem Thema unterhalten. Genießen Sie das Video und helfen Sie uns, von Youtube Algorithmen “gesehen” zu werden, in dem Sie meinen Kanal abonnieren und/oder einen Kommentar schreiben. Danke!
Männliche Fruchtbarkeit – Literatur:
- Angelitti AG, Colacicco L, Callà C, Arizzi M, Lippa S. Coenzyme Q: potentially useful index of bioenergetic and oxidative status of spermatozoa. Clin Chem. 1995 Feb;41(2):217-9. PMID: 7874774.
- Alehagen U, Aaseth J, Alexander J, Johansson P. Still reduced cardiovascular mortality 12 years after supplementation with selenium and coenzyme Q10 for four years: A validation of previous 10-year follow-up results of a prospective randomized double-blind placebo-controlled trial in elderly. PLoS One. 2018 Apr 11;13(4):e0193120. doi: 10.1371/journal.pone.0193120. PMID: 29641571; PMCID: PMC5894963.
- Balercia G, Buldreghini E, Vignini A, Tiano L, Paggi F, Amoroso S, Ricciardo-Lamonica G, Boscaro M, Lenzi A, Littarru G. Coenzyme Q10 treatment in infertile men with idiopathic asthenozoospermia: a placebo-controlled, double-blind randomized trial. Fertil Steril. 2009 May;91(5):1785-92.
- Barratt CLR, Björndahl L, De Jonge CJ, et al. The diagnosis of male infertility: an analysis of the evidence to support the development of global WHO guidance-challenges and future research opportunities. Hum Reprod Update 2017; 23: 660-680.
- Barratt CLR, De Jonge CJ, Sharpe RM. ‘Man Up’: the importance and strategy for placing male reproductive health centre stage in the political and research agenda. Hum Reprod. 2018 Apr 1;33(4):541-545.
- Belva F, Bonduelle M, Roelants M, Michielsen D, Van Steirteghem A, Verheyen G, Tournaye H. Semen quality of young adult ICSI offspring: the first results. Hum Reprod. 2016 Dec;31(12):2811-2820.
- Blomberg Jensen M, Lawaetz JG, Petersen JH, Juul A, Jørgensen N. Effects of Vitamin D Supplementation on Semen Quality, Reproductive Hormones, and Live Birth Rate: A Randomized Clinical Trial. J Clin Endocrinol Metab. 2018 Mar 1;103(3):870-881. doi: 10.1210/jc.2017-01656. PMID: 29126319.
- De Jonge C, Barratt CLR. The present crisis in male reproductive health: an urgent need for a political, social, and research roadmap. Andrology 2019; 7: 762-768. doi:10.1111/andr.12673.
- Gumerova E, De Jonge CJ, Barratt CLR. Research funding for male reproductive health and infertility in the UK and USA [2016 – 2019]. Hum Fertil 2022: 1-11. doi:10.1080/14647273.2022.2045521.